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Beitrag vom 18.04.2020 von Pfarrbüro St. Sturmius
Pfarrer Wolowiec: Brief an die Gemeinde zum Weißen Sonntag
Liebe Gemeinde! Sehr spezifisch leben wir Menschen in diesen Tagen. Das Normale ist Anormal und Viren beherrschen die Krone der Schöpfung, als wären wir ein Spielball im Spiel: Laune der Natur! Auch der Glaube versucht sich schwer im Leben durchzusetzen, weil er nicht so richtig erfahrbar wird. Ja, ich bete, Sie auch! Ich lese die Messe, Sie schauen sich die auch an! Wir versuchen irgendwie den Glauben zu leben. Aber ist es nicht so, wie im heutigen Evangelium, wo Thomas zweifelt und verlangt das zu bekommen, was die anderen Jünger doch bekommen haben? ...

... Sie konnten Jesus sehen, Ihn erfahren mit Ihm sprechen, aber Thomas war nicht dabei. Ist seine Einstellung nicht berechtigt: „Wenn ich seine Wunden nicht sehe und nicht anfasse...“ dann glaube ich nicht. Ihr habt gesehen und auch ich will es sehen und überprüfen! Er will sich nicht blind auf die schönen Worte der anderen verlassen, sondern auf seine eigene Erfahrung.

         Jesus geht darauf ein! Er zeigt sich ganz und lässt zu, dass Thomas sich überzeugen kann. Thomas kann glauben, weil er sich auf eigene Erfahrung berufen kann. Und wir?!

         Die Erfahrung der Gemeinde ist uns untersagt. Die aufbauende Kraft der Gemeinschaft, das sich mit den anderen in die Gegenwart Gottes zu versetzen, ist nicht mehr so möglich wie es war. Uns fehlt etwas, etwas was uns getragen hat! Wir beten, wir feiern mit, sind verbunden via Internet, aber es ist nicht das gleiche. Aber vielleicht die Worte Jesu: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ können uns aufrichten und stärken. Er ist da! Er ist mit uns da, wie mit den Jüngern, die ihn unterwegs gehört haben und doch nicht erkannten, dass gerade der Auferstandene zu ihnen sprach. Er ist mit uns da, wie bei der Begegnung mit Maria, die zuerst in ihm den Gärtner gesehen hat. Dieser Jesus, der nicht so leicht zu erkennen war, kommt noch mal zu uns wie zu Thomas, um uns zu sagen: hier sind meine Wunden, ich bin es, und glaubt, ich lebe und bringe euch dieses Leben, was erfüllt, was von der Angst befreit und Vertrauen schenkt. Wenn es so ist, dann können wir uns glücklich schätzen, weil auch jetzt, wo alles anders geworden ist, und wir so oft das Alte und Bewährte vermissen, gerade jetzt macht uns der Herr Mut und sagt zu uns: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“!

 

Allen wünsche ich einen gesegneten Weißen Sonntag, der heute als Sonntag der Göttlichen Barmherzigkeit gefeiert wird und unseren Kommunionkindern, die eigentlich heute ihre Erstkommunion gefeiert hätten, dies Vertrauen was uns selig macht. Auch wenn wir es nicht sehen, glauben wir!

 

         Ihr Peter Wolowiec, Pfarrer

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